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Büste von Paul Linser
Büste von Paul Linser
NameBüste

Büste von Paul Linser

Künstler*in deutsch, 1878 - 1956
Date1941
DescriptionDer aus einer Ärztefamilie stammende Paul Linser wurde 1871 in Aalen geboren und starb in Tübingen im Jahr 1963. 1904 habilitierte er sich in Tübingen in der Dermatovenerologie und war damit der erste Dozent dieses Faches in Württemberg. 1910 wurde er zum außerplanmäßigen Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten ernannt. Trotz großer Widerstände gelang es ihm 1911 in Tübingen eine Hautklinik zu gründen. Zu seinem Forschungsfeld zählten unter anderem Untersuchungen zum Cholesteringehalt der Haut, Syphilis und die Verödungstherapie von Krampfadern. 1936 wurde Linser, mittlerweile der erste Direktor der Hautklinik, von den Nationalsozialisten vorzeitig emeritiert, da „er sich dem System nicht fügte“. Er zeigte sich allerdings selbst im Ruhestand noch vielseitig interessiert; so unternahm er Reisen nach Afrika, Asien und Amerika. Die Porträtbüste zeigt Linser im reifen Mannesalter mit kurzen Haaren und Schnauzbart. Sie wurde auf einem Sockel aufgestellt, der auf einer mannshohen Stele montiert ist. Büste und Stele folgen dem klassizistischen Ideal des Künstlers. Dadurch stehen sie im Einklang mit den klassizistischen Bau- und Ornamentformen des Klinik-Gebäudes. Das Interieur wirkt in seiner Schlichtheit eindrücklich auf alle eintretenden Besucherinnen und Besucher. Laut Inschrift am Sockel von seinen Schülern gestiftet, wurde die Bronze dort anlässlich seines Geburtstages am 5. September 1941 eingeweiht.
Geschaffen wurde die Büste vom Bildhauer Ulfert Janssen (1878–1956), der von 1911 bis 1945 als Professor für Modellieren, Figuren- und Akt zeichnen der Architekten an der TH Stuttgart lehrte. Als Freund des Stuttgarter Architekten Paul Bonatz erhielt Janssen den Auftrag die Gesichter an der Fassade des sogenannten „Bonatzbaues“ in Tübingen zu fertigen, der 1912 als neues Gebäude der Universitätsbibliothek errichtet wurde. Am 1. April 1946 wurde Janssen von der amerikanischen Militärregierung aus seinem Dienst an der TH Stuttgart entlassen – wohl aufgrund seiner vielen Aufträge, seiner namentlichen Nennung in Joseph Goebbels und Adolf Hitlers „Gottbegnadeten-Liste“ und seiner regelmäßigen Beteiligung an der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München.


Standort: Hautklinik, Liebermeisterstraße 25, Haupteingangsbereich.
DimensionsH x B x T (Büste): 33 × 22 × 22 cm
H x B x T (Sockel): 12 × 14 × 14 cm
H x B x T (Stehle): 135 × 22 × 24 cm
MediumBronze
Object numberUKT-Sg-3
Exhibitions
Der Traum / Entschwebende
Primary Maker: Ulfert Janssen
1927
Hermenbüste von Friedrich von Schiller
Primary Maker: Ulfert Janssen
1932
Büste des Sixt Jacob von Kapff
Primary Maker: Theodor Wagner
1830
Hermenbüste von Johann Wolfgang von Goethe
Primary Maker: Gustav Adolf Bredow
vor 1932
Gedenkstein Carl Correns
Primary Maker: Ernst Yelin
1938
Hermenbüste des Königs Wilhelm I. von Württemberg
Primary Maker: Theodor Wagner
1860/ 1861
Büste von Carl Heinrich von Weizsäcker
Primary Maker: Adolf von Donndorf
1893
Epitaph für Fritz von der Schulenburg
Primary Maker: Georg Müller
nach 30. Jan. 1613
Reliefbildnis Otto Oertel
Primary Maker: Rudolf Stocker
1936
Abguss der Büste von Oswald Schmiedeberg
Primary Maker: Carl Ludwig Seffner
nach 1957
Bronzeläufer
Primary Maker: Ludwig Habich
vor 1931, Aufstellung Juli 1931
Relief mit Bildnis von Ernst Koken
Primary Maker: Wilhelm Schmid
1913
Büste von Rabindranath Tagore
Primary Maker: Gautam Pal
vor 2004
Epitaph für Andreas Laubmaier und Ehefrau Barbara
Primary Maker: Christoph Jelin
nach 19. August 1604
Epitaph für Gottfried von Öttingen
Primary Maker: Christoph Jelin
nach 23. August 1596
Epitaph für Jakob Schegk
Primary Maker: Christoph Jelin
nach 9. Mai 1587
Plateosaurus engelhardti
1921–1923 (Ausgrabung)