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1880) bereits im März 1855 ausgeführt. Die Direktion der Kunstschule Stuttgart wünschte damals eine kolossale Marmorbüste für den dortigen Festsaal und beauftragte ihren Leiter der Bildhauerklasse mit dem Werk. Diese monumentale Büste gehört heute zum Bestand der Staatsgalerie Stuttgart. Eine zweite Skulptur fertigte Wagner ab Februar 1860 für den Festsaal der Neuen Aula in der Universität Tübingen an. Jene steht heute, zusammen mit ihrem Pendant, der Eberhard-Büste, in der Eingangshalle der Neuen Aula.
Platziert ist die weiße Marmor-Büste auf einem hohen, rötlichen Marmorsockel, wodurch ihm die Höhe einer Hermenbüste verliehen wird. Die Büste Wilhelms I. zeigt den Monarchen – wie sein Pendant Eberhard – mit einem antikischen Lorbeerkranz, der für Sieg, Ruhm und Ehre steht. Die kleinen Wellen am Blattrand, die für den Lorbeer typisch sind, wurden sehr fein in Marmor gearbeitet, ebenso detailliert wurde das Band ausgeführt, das höchst kunstvoll auf den Schultern drapiert ist. Durch Frontalität, Symmetrie und nicht zuletzt aufgrund des detailreich ausgeführten, nach vorne geöffneten Lorbeerkranzes dürfte im Auge des Betrachters das zu jener Zeit sehr bekannte Bildnis des lorbeerbekränzten Kaisers Napoleon I. hervorgerufen worden sein, der sich – und ebenso spätere französische Könige – wiederholt in Büsten, Graphiken und Medaillen, als römischer Imperator darstellen ließ. Auf diese Weise zollte der Bildhauer seinem König mehr als nur Respekt, indem er ihn geradezu imperial inszenierte. Für Württemberg war Frankreich zu jener Zeit – besonders in Kunst und Kultur – in mehr als einer Hinsicht Vorbild.
Zum Zeitpunkt des Auftrags für Wagners erste Büste im Jahr 1855 war Wilhelm I. bereits 74 Jahre alt. Hier jedoch erscheinen die Alterszüge bei beiden Versionen stark gemildert und geglättet. Sein ernster Blick unter gerunzelten Augenbrauen lässt ihn entschlossen, geistig wach und rege wirken. Er trägt einen dichten Schnurrbart.
Standort: Tübingen, Geschwister-Scholl-Platz, Neue Aula, Eingangshalle
NameBüste
Hermenbüste des Königs Wilhelm I. von Württemberg
DepartmentSkulpturensammlung der Universität
Künstler*in
Theodor Wagner
deutsch, 1800 - 1880
Date1860/ 1861
DescriptionEine erste Version der Büste von König Wilhelm I. von Württemberg (1781–1864) hatte Theodor Wagner (18001880) bereits im März 1855 ausgeführt. Die Direktion der Kunstschule Stuttgart wünschte damals eine kolossale Marmorbüste für den dortigen Festsaal und beauftragte ihren Leiter der Bildhauerklasse mit dem Werk. Diese monumentale Büste gehört heute zum Bestand der Staatsgalerie Stuttgart. Eine zweite Skulptur fertigte Wagner ab Februar 1860 für den Festsaal der Neuen Aula in der Universität Tübingen an. Jene steht heute, zusammen mit ihrem Pendant, der Eberhard-Büste, in der Eingangshalle der Neuen Aula.
Platziert ist die weiße Marmor-Büste auf einem hohen, rötlichen Marmorsockel, wodurch ihm die Höhe einer Hermenbüste verliehen wird. Die Büste Wilhelms I. zeigt den Monarchen – wie sein Pendant Eberhard – mit einem antikischen Lorbeerkranz, der für Sieg, Ruhm und Ehre steht. Die kleinen Wellen am Blattrand, die für den Lorbeer typisch sind, wurden sehr fein in Marmor gearbeitet, ebenso detailliert wurde das Band ausgeführt, das höchst kunstvoll auf den Schultern drapiert ist. Durch Frontalität, Symmetrie und nicht zuletzt aufgrund des detailreich ausgeführten, nach vorne geöffneten Lorbeerkranzes dürfte im Auge des Betrachters das zu jener Zeit sehr bekannte Bildnis des lorbeerbekränzten Kaisers Napoleon I. hervorgerufen worden sein, der sich – und ebenso spätere französische Könige – wiederholt in Büsten, Graphiken und Medaillen, als römischer Imperator darstellen ließ. Auf diese Weise zollte der Bildhauer seinem König mehr als nur Respekt, indem er ihn geradezu imperial inszenierte. Für Württemberg war Frankreich zu jener Zeit – besonders in Kunst und Kultur – in mehr als einer Hinsicht Vorbild.
Zum Zeitpunkt des Auftrags für Wagners erste Büste im Jahr 1855 war Wilhelm I. bereits 74 Jahre alt. Hier jedoch erscheinen die Alterszüge bei beiden Versionen stark gemildert und geglättet. Sein ernster Blick unter gerunzelten Augenbrauen lässt ihn entschlossen, geistig wach und rege wirken. Er trägt einen dichten Schnurrbart.
Standort: Tübingen, Geschwister-Scholl-Platz, Neue Aula, Eingangshalle
DimensionsH x B x T (Sockel): 143,5 × 60 × 50 cm
H x B x T (Büste): 85 × 42,5 × 34 cm
H x B x T (Büste): 85 × 42,5 × 34 cm
MediumBüste aus weißem Marmor, Sockel aus rötlichem Marmor
Object numberMUT-Sg-19
Exhibitions
Ende 18. Jh.
Ende 18. Jh., seit 1931 in der Neuen Aula aufgestellt
Ende 18. Jh.
Mitte 19. Jh.
Primary Maker: Glaswerkstätten Straßburg
um 1478/ 1480
um 1850
Primary Maker: Emil Brüllmann