Advanced Search
Hermenbüste des Königs Wilhelm I. von Württemberg
Hermenbüste des Königs Wilhelm I. von Württemberg
NameBüste

Hermenbüste des Königs Wilhelm I. von Württemberg

Künstler*in deutsch, 1800 - 1880
Date1860/ 1861
DescriptionEine erste Version der Büste von König Wilhelm I. von Württemberg (1781–1864) hatte Theodor Wagner (1800
1880) bereits im März 1855 ausgeführt. Die Direktion der Kunstschule Stuttgart wünschte damals eine kolossale Marmorbüste für den dortigen Festsaal und beauftragte ihren Leiter der Bildhauerklasse mit dem Werk. Diese monumentale Büste gehört heute zum Bestand der Staatsgalerie Stuttgart. Eine zweite Skulptur fertigte Wagner ab Februar 1860 für den Festsaal der Neuen Aula in der Universität Tübingen an. Jene steht heute, zusammen mit ihrem Pendant, der Eberhard-Büste, in der Eingangshalle der Neuen Aula.
Platziert ist die weiße Marmor-Büste auf einem hohen, rötlichen Marmorsockel, wodurch ihm die Höhe einer Hermenbüste verliehen wird. Die Büste Wilhelms I. zeigt den Monarchen – wie sein Pendant Eberhard – mit einem antikischen Lorbeerkranz, der für Sieg, Ruhm und Ehre steht. Die kleinen Wellen am Blattrand, die für den Lorbeer typisch sind, wurden sehr fein in Marmor gearbeitet, ebenso detailliert wurde das Band ausgeführt, das höchst kunstvoll auf den Schultern drapiert ist. Durch Frontalität, Symmetrie und nicht zuletzt aufgrund des detailreich ausgeführten, nach vorne geöffneten Lorbeerkranzes dürfte im Auge des Betrachters das zu jener Zeit sehr bekannte Bildnis des lorbeerbekränzten Kaisers Napoleon I. hervorgerufen worden sein, der sich – und ebenso spätere französische Könige – wiederholt in Büsten, Graphiken und Medaillen, als römischer Imperator darstellen ließ. Auf diese Weise zollte der Bildhauer seinem König mehr als nur Respekt, indem er ihn geradezu imperial inszenierte. Für Württemberg war Frankreich zu jener Zeit – besonders in Kunst und Kultur – in mehr als einer Hinsicht Vorbild.
Zum Zeitpunkt des Auftrags für Wagners erste Büste im Jahr 1855 war Wilhelm I. bereits 74 Jahre alt. Hier jedoch erscheinen die Alterszüge bei beiden Versionen stark gemildert und geglättet. Sein ernster Blick unter gerunzelten Augenbrauen lässt ihn entschlossen, geistig wach und rege wirken. Er trägt einen dichten Schnurrbart.


Standort: Tübingen, Geschwister-Scholl-Platz, Neue Aula, Eingangshalle
DimensionsH x B x T (Sockel): 143,5 × 60 × 50 cm
H x B x T (Büste): 85 × 42,5 × 34 cm
MediumBüste aus weißem Marmor, Sockel aus rötlichem Marmor
Object numberMUT-Sg-19
Exhibitions
Hermenbüste von Eberhard im Bart
Primary Maker: Theodor Wagner
1861–1862
Büste von Carl Heinrich von Weizsäcker
Primary Maker: Adolf von Donndorf
1893
Sockelbüste der Aphrodite von Arles
Primary Maker: Johann Ludwig von Hofer
nach 1851
Büste des Sixt Jacob von Kapff
Primary Maker: Theodor Wagner
1830
Hermenbüste von Johann Wolfgang von Goethe
Primary Maker: Gustav Adolf Bredow
vor 1932
Hermenbüste von Friedrich von Schiller
Primary Maker: Ulfert Janssen
1932
Gedenkrelief für Wilhelm Conrad Röntgen
Primary Maker: Ulrich Kottenrodt
1956
Büste des Homer
Ende 18. Jh., seit 1931 in der Neuen Aula aufgestellt
Relief mit Bildnis von Ernst Koken
Primary Maker: Wilhelm Schmid
1913
Abguss der Büste von Oswald Schmiedeberg
Primary Maker: Carl Ludwig Seffner
nach 1957
Historische Chorfenster
Primary Maker: Glaswerkstätten Straßburg
Der Traum / Entschwebende
Primary Maker: Ulfert Janssen
1927
Deckenstuck Flur
Primary Maker: Emil Brüllmann