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Sockelbüste der Aphrodite von Arles
Sockelbüste der Aphrodite von Arles
NameBüste

Sockelbüste der Aphrodite von Arles

Künstler*in deutsch, 1801 - 1887
Datenach 1851
DescriptionIm Musée du Louvre in Paris wird seit dem Jahr 1798 die antike Replik einer weiblichen Statue als Liebesgöttin gezeigt.1 Es handelt sich hier um eine römische Kopie aus der Zeit des Kaisers Augustus (63 v. Chr.–14 n. Chr.). Vermutlich wurde die Skulptur nach dem Original des griechischen Bildhauers Praxiteles (um 390–um 320 v. Chr.) aus spätklassischer Zeit angefertigt. Dementsprechend finden sich für das Werk sowohl die Bezeichnung „Aphrodite von Arles“, gemäß der griechischen Mythologie, als auch die römische Bezeichnung „Venus von Arles“. Gefunden wurde die in mehrere Teile zerbrochene Replik im Jahr 1651 im Theater von Arles. König Ludwig XIV. (1638–1715) erhielt sie 1681/83 als Geschenk für seinen Spiegelsaal in Versailles, wo die Büste bis 1797 verblieb. Während der Französischen Revolution wurde die Skulptur ins Musée du Louvre verbracht.
In Deutschland fand besonders der Kopf dieses Arleser Venus-Typus durch verschiedene Kopien und Gipsabgüsse während der Goethe-Zeit und in der weiteren Folge große Aufmerksamkeit und Verbreitung, wie die Tübinger Büste in der Neuen Aula exemplifiziert. Sie entspricht weitgehend einer Gips-Büste aus Goethes Wohnhaus in Weimar.
Montiert wurde die Büste auf einen kleinen Sockel aus weißem Marmor. Der Kopf ist weit nach links gewandt, Kinn und Blick sind etwas gesenkt. In das gewellte Haar sind zwei Bänder eingeflochten, deren Enden auf die Schultern fallen. Der Mund und das rechte Auge weisen rote Farbe auf und auch auf der Rückseite der Büste wurde rote Farbe verwendet, um das Wort „ISIH…“ zu schreiben. Diese Angabe führte wohl zur fälschlichen Annahme, dass die ägyptische Göttin Isis dargestellt sei, wie in einem Aktenvermerk von 1931 zu lesen ist und noch 1957 im Briefwechsel des Hochbauamts Ludwigsburg mit der Universität Tübingen geschrieben wurde. Im Inventar der Plastiken in der Neuen Aula von 1976 wurde diese Angabe korrigiert. 1931 in der neuen Aula aufgestellt, gehört die Büste zur Gruppe von Leihgaben des Kronguts aus Ludwigsburg, worauf die Nummer „KRG 4247“ auf der Rückseite hinweist. Neu in die Forschungsdiskussion einzubringen ist hier die Zuschreibung der Büste an den Bildhauer Johann Ludwig von Hofer, da sie zeitlich und quellenkundlich mit den anderen Tübinger Venusskulpturen in direktem Zusammenhang zu stehen scheint.


Standort: Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz, Kleiner Senat
DimensionsHöhe: 52 cm
MediumWeißer Marmor
Object numberVBA-Sg-47
Exhibitions
Hermenbüste von Johann Wolfgang von Goethe
Primary Maker: Gustav Adolf Bredow
vor 1932
Kapitolinische Venus
Primary Maker: Johann Ludwig von Hofer
nach 1851
Hermenbüste von Friedrich von Schiller
Primary Maker: Ulfert Janssen
1932
Hermenbüste des Königs Wilhelm I. von Württemberg
Primary Maker: Theodor Wagner
1860/ 1861
Venus von Medici
Primary Maker: Johann Ludwig von Hofer
nach 1851
Büste des Homer
Ende 18. Jh., seit 1931 in der Neuen Aula aufgestellt
Büste von Hölderlin
Primary Maker: Adolf Wamper
1943
Hermenbüste von Eberhard im Bart
Primary Maker: Theodor Wagner
1861–1862
Büste von Carl Heinrich von Weizsäcker
Primary Maker: Adolf von Donndorf
1893
Büste des Sixt Jacob von Kapff
Primary Maker: Theodor Wagner
1830
Lichtwärts
Primary Maker: Ulrich Kottenrodt
1956
Kopf der sog. Athena Velletri auf moderner Büste
430 v. Chr. (Original); kaiserzeitlich (Kopie)
Büste von Walther Albrecht
Primary Maker: Gerhard Halbritter
1956
Büste von Rabindranath Tagore
Primary Maker: Gautam Pal
vor 2004
Büste von Paul Linser
Primary Maker: Ulfert Janssen
1941
Abguss der Büste von Oswald Schmiedeberg
Primary Maker: Carl Ludwig Seffner
nach 1957
Relief mit Bildnis von Ernst Koken
Primary Maker: Wilhelm Schmid
1913