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„Patientengarten“ der Frauenklinik steht. Sie zählt allein aufgrund ihrer Größe zu den Hauptwerken des Künstlers. Der Namenszug in Großbuchstaben unten rechts am Sockel belegt seine Autorschaft. Kottenrodt schuf seinen weiblichen Akt in der ikonographischen Tradition der berühmten hellenistischen Marmorskulptur Nike von Samothrake, die als Siegesgöttin von Rhodos vom Seesieg bei Side über die von Hannibal befehligte Flotte Antiochos III. von Syrien im Jahr 190 v. Chr. kündet. Dieses herausragende und eindrucksvolle Kunstwerk kann heute im Louvre zu Paris bestaunt werden.
Auf die hellenistische Nike gehen etliche Skulpturen des 19. und 20. Jahrhunderts zurück, wie etwa die vergoldete Bronze-Viktoria des Bildhauers Friedrich Drake (1805–1882) auf der Siegessäule in Berlin, die im Volksmund auch humorvoll als „Goldelse“ bezeichnet wird. Dass Kottenrodt sich mit seiner Skulptur in diese ikonographische Tradition stellte, wird an verschieden Details deutlich, etwa an der Schrittstellung und an der Draperie des Stoffes über Hüfte und Beine. Anders als bei der antiken Nike gibt Kottenrodt den Oberkörper seiner Figur jedoch nackt wieder. Auch das Bewegungsmoment der Arme und des Kopfes, die beim antiken Original fehlen, gestaltete er in eigener Weise, indem der Kopf weit in den Nacken gelegt und ein Arm hoch in den Himmel gereckt ist. Auf diese Weise wird der sprechende Titel verbildlicht: „Lichtwärts“.
Die Skulptur wurde im Jahr 1956 sicherlich im Zuge der Eröffnung des damals neuen Medizinischen Strahleninstituts, Röntgenweg 11, das hinter der „Alten Chirurgie“ – heute Frauenklinik – am Käsenbach gelegen war, als Auftragswerk geschaffen. Dies dokumentieren Ansichtskarten aus dem Tübinger Verlag Metz, auf denen sie prominent vor dem Haupteingang gezeigt ist. Leider lassen sich zur Auftragsvergabe keine Dokumente mehr nachweisen. Ein Indiz dafür, dass man heute zum Monumentalstil der Kriegs- und
Nachkriegszeit auf Distanz geht, ist, dass die Skulptur eher abseits, am Rande des Patientengartens in der Frauenklinik platziert wurde.
Standort: Frauenklinik, Calwer Straße 7, Patientengarten.
NameSkulptur
Lichtwärts
DepartmentSkulpturensammlung der Universität
Künstler*in
Ulrich Kottenrodt
deutsch, 1906 - 1984
Date1956
DescriptionDer Bildhauer Ulrich Kottenrodt ( 1906–1984) fertigte eine monumentale weibliche Skulptur, die heute im „Patientengarten“ der Frauenklinik steht. Sie zählt allein aufgrund ihrer Größe zu den Hauptwerken des Künstlers. Der Namenszug in Großbuchstaben unten rechts am Sockel belegt seine Autorschaft. Kottenrodt schuf seinen weiblichen Akt in der ikonographischen Tradition der berühmten hellenistischen Marmorskulptur Nike von Samothrake, die als Siegesgöttin von Rhodos vom Seesieg bei Side über die von Hannibal befehligte Flotte Antiochos III. von Syrien im Jahr 190 v. Chr. kündet. Dieses herausragende und eindrucksvolle Kunstwerk kann heute im Louvre zu Paris bestaunt werden.
Auf die hellenistische Nike gehen etliche Skulpturen des 19. und 20. Jahrhunderts zurück, wie etwa die vergoldete Bronze-Viktoria des Bildhauers Friedrich Drake (1805–1882) auf der Siegessäule in Berlin, die im Volksmund auch humorvoll als „Goldelse“ bezeichnet wird. Dass Kottenrodt sich mit seiner Skulptur in diese ikonographische Tradition stellte, wird an verschieden Details deutlich, etwa an der Schrittstellung und an der Draperie des Stoffes über Hüfte und Beine. Anders als bei der antiken Nike gibt Kottenrodt den Oberkörper seiner Figur jedoch nackt wieder. Auch das Bewegungsmoment der Arme und des Kopfes, die beim antiken Original fehlen, gestaltete er in eigener Weise, indem der Kopf weit in den Nacken gelegt und ein Arm hoch in den Himmel gereckt ist. Auf diese Weise wird der sprechende Titel verbildlicht: „Lichtwärts“.
Die Skulptur wurde im Jahr 1956 sicherlich im Zuge der Eröffnung des damals neuen Medizinischen Strahleninstituts, Röntgenweg 11, das hinter der „Alten Chirurgie“ – heute Frauenklinik – am Käsenbach gelegen war, als Auftragswerk geschaffen. Dies dokumentieren Ansichtskarten aus dem Tübinger Verlag Metz, auf denen sie prominent vor dem Haupteingang gezeigt ist. Leider lassen sich zur Auftragsvergabe keine Dokumente mehr nachweisen. Ein Indiz dafür, dass man heute zum Monumentalstil der Kriegs- und
Nachkriegszeit auf Distanz geht, ist, dass die Skulptur eher abseits, am Rande des Patientengartens in der Frauenklinik platziert wurde.
Standort: Frauenklinik, Calwer Straße 7, Patientengarten.
DimensionsHöhe (mit Sockel, ca.): 285 cm
L x B x H (Sockel): 73 × 83 × 44 cm
L x B x H (Sockel): 73 × 83 × 44 cm
MediumMuschelkalk
Object numberUKT-Sg-1
Exhibitions
Primary Maker: Christoph Jelin
nach 19. August 1604
nach 24. Juli 1700
nach 25. Nov. 1665
um 1850
nach 18. Okt. 1724