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Lichtwärts

Künstler*in deutsch, 1906 - 1984
Date1956
DescriptionDer Bildhauer Ulrich Kottenrodt ( 1906–1984) fertigte eine monumentale weibliche Skulptur, die heute im
„Patientengarten“ der Frauenklinik steht. Sie zählt allein aufgrund ihrer Größe zu den Hauptwerken des Künstlers. Der Namenszug in Großbuchstaben unten rechts am Sockel belegt seine Autorschaft. Kottenrodt schuf seinen weiblichen Akt in der ikonographischen Tradition der berühmten hellenistischen Marmorskulptur Nike von Samothrake, die als Siegesgöttin von Rhodos vom Seesieg bei Side über die von Hannibal befehligte Flotte Antiochos III. von Syrien im Jahr 190 v. Chr. kündet. Dieses herausragende und eindrucksvolle Kunstwerk kann heute im Louvre zu Paris bestaunt werden.
Auf die hellenistische Nike gehen etliche Skulpturen des 19. und 20. Jahrhunderts zurück, wie etwa die vergoldete Bronze-Viktoria des Bildhauers Friedrich Drake (1805–1882) auf der Siegessäule in Berlin, die im Volksmund auch humorvoll als „Goldelse“ bezeichnet wird. Dass Kottenrodt sich mit seiner Skulptur in diese ikonographische Tradition stellte, wird an verschieden Details deutlich, etwa an der Schrittstellung und an der Draperie des Stoffes über Hüfte und Beine. Anders als bei der antiken Nike gibt Kottenrodt den Oberkörper seiner Figur jedoch nackt wieder. Auch das Bewegungsmoment der Arme und des Kopfes, die beim antiken Original fehlen, gestaltete er in eigener Weise, indem der Kopf weit in den Nacken gelegt und ein Arm hoch in den Himmel gereckt ist. Auf diese Weise wird der sprechende Titel verbildlicht: „Lichtwärts“.
Die Skulptur wurde im Jahr 1956 sicherlich im Zuge der Eröffnung des damals neuen Medizinischen Strahleninstituts, Röntgenweg 11, das hinter der „Alten Chirurgie“ – heute Frauenklinik – am Käsenbach gelegen war, als Auftragswerk geschaffen. Dies dokumentieren Ansichtskarten aus dem Tübinger Verlag Metz, auf denen sie prominent vor dem Haupteingang gezeigt ist. Leider lassen sich zur Auftragsvergabe keine Dokumente mehr nachweisen. Ein Indiz dafür, dass man heute zum Monumentalstil der Kriegs- und
Nachkriegszeit auf Distanz geht, ist, dass die Skulptur eher abseits, am Rande des Patientengartens in der Frauenklinik platziert wurde.


Standort: Frauenklinik, Calwer Straße 7, Patientengarten.
DimensionsHöhe (mit Sockel, ca.): 285 cm
L x B x H (Sockel): 73 × 83 × 44 cm
MediumMuschelkalk
Object numberUKT-Sg-1
Exhibitions
Hermenbüste des Königs Wilhelm I. von Württemberg
Primary Maker: Theodor Wagner
1860/ 1861
Epitaph für Fritz von der Schulenburg
Primary Maker: Georg Müller
nach 30. Jan. 1613
Die Woge
Primary Maker: Jakob Wilhelm Fehrle
1961
Madonna embarazada / Schwangere Maria
Primary Maker: Hilario Mendívil Velasco
vor 1977
Epitaph für Christoph Skiel
Primary Maker: Georg Müller
nach 16. Juni 1622/1623
Büste des Sixt Jacob von Kapff
Primary Maker: Theodor Wagner
1830
Epitaph für Andreas Laubmaier und Ehefrau Barbara
Primary Maker: Christoph Jelin
nach 19. August 1604
Anorthoskop
Primary Maker: Joseph Antoine Ferdinand Plateau
2007
Der Traum / Entschwebende
Primary Maker: Ulfert Janssen
1927
Hermenbüste von Johann Wolfgang von Goethe
Primary Maker: Gustav Adolf Bredow
vor 1932
Ohne Titel
Primary Maker: Christoph Freimann
2004
Komposition, Markttag
Primary Maker: Jo Schöpfer
2000
Epitaph für Jakob Beurlin
Primary Maker: Hans Schickhardt
nach 1561