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Gedenktafel für den „20. Juli 1944“
Gedenktafel für den „20. Juli 1944“
ObjektgattungGedenktafel

Gedenktafel für den „20. Juli 1944“

Datierung1984
BeschreibungZum Kreis der Widerstandsgruppe, die am 20. Juli 1944 im sogenannten Führerhauptquartier ein Attentat auf
Adolf Hitler (1889–1945) verübte, zählten auch mehrere Personen, die an der Universität Tübingen – wenn auch zum Teil nur kurz – studiert hatten. Für sie brachte die Universität eine zurückhaltend gestaltete Gedenktafel in der Neuen Aula, rechts in der Haupteingangshalle zum Geschwister-Scholl-Platz hin an. Das inhaltliche Konzept schrieb der ehemalige Leiter des Universitätsarchivs Volker Schäfer (*1935) im Auftrag des Rektors und späteren Präsidenten Adolf Theis (1933–2013). Die große Tafel aus hellem Kalkstein setzt sich aus drei Teilen zusammen. Nur Worte zieren sie. Oben trägt sie das Datum „20. JULI 1944“ und unten „20. JULI 1984“. Letzteres gibt den Tag der Einweihung an. Im oberen Drittel der Tafel ist ein Auszug des Gedichts „Stationen auf dem Wege zur Freiheit“ des Theologen und NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) zu lesen, das er als Reaktion wenige Wochen nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler, im August 1944 im Gefängnis schrieb.
Im Zentrum der Tafel stehen eingraviert die elf Namen der Widerstandskämpfer sowie deren Sterbedaten. Sie alle wurden in der NS-Diktatur ermordet oder hingerichtet. Das Andenken an die Attentäter und Widerstandskämpfer wird in der Universität und in der Bundesrepublik aktiv gepflegt. Derzeit werden die bestehenden Erinnerungsansätze aus postkolonialen Perspektiven durch Historikerinnen und Historiker hinterfragt, so dass nationale Erinnerungen in globalen Zusammenhängen neu gedacht werden.


Standort: Neue Aula, Zugang über den Geschwisterscholl-Platz.
MaßeH x B x T: 265 × 150 × 4 cm
MaterialKalkstein
Objektnr.MUT-Sg-4
Ausstellung