Erweiterte Suche
ObjektgattungPlastik

Bronzeläufer

Künstler*in deutsch, 1827 - 1949
Datierungvor 1931, Aufstellung Juli 1931
BeschreibungDen Zugang des Ehrenhofes der Neuen Aula von der Hölderlinstraße flankieren zwei lebensgroße jugendliche männliche Bronzeskulpturen. Auch wenn auf den ersten Blick die beiden Aktfiguren ähnlich Aussehen so unterscheiden sie sich, laufen sie doch in gegensätzliche Richtungen, weshalb der eine mit seinem Gesicht zum Gebäude und der andere zur Straße blickt. Eingefroren in ihrer Bewegung scheinen die beiden Läufer fast zu schweben, weil sie nur mit einem Fuß den Boden des Sockels berühren, womit das berühmte auf den flämisch-italienischen Bildhauer Giovanni da Bologna (1529–1608) zurückgehende Motiv des fliegenden Merkurs – il volante – anklingt. Durch die Nacktheit kommt die Anatomie, das Spiel der Muskeln zur Ansicht.
Die beiden Bronzen datieren ins Jahr 1931 und sind dem Stil des Neoklassizismus verpflichtet. Sowohl im Zeit- als auch im Kunststil des Künstlers findet der damalige Diskurs zur Nacktheit des Körpers sein Echo. Von welcher universitären Stelle oder staatlichen Behörde der Professor für Bildhauerei, Ludwig Habich (1872–1949), der seit 1906 an der Technischen Hochschule Stuttgart und von 1910 bis zu seiner Emeritierung 1937 an der Stuttgarter Akademie lehrte, den Auftrag der Universität Tübingen erhielt, ist unbekannt. Fest steht, dass die beiden Bronzen in der Eisen-, Metall- und Kunstgießerei Franz Burger in Stuttgart-Feuerbach entstanden und im Zuge der baulichen Erweiterung der Neuen Aula – im Juli 1931 eingeweiht – aufgestellt wurden.

Standort: Tübingen, Geschwister-Schollplatz, Neue Aula, Ehrenhof zur Hölderlinstraße
MaßeHöhe: 190 cm
L x B x H (Sockel): 91 × 52,5 × 2 cm
MaterialBronze
Objektnr.VBA-Sg-48
Ausstellung