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Wer die Stufen im offenen Treppenhaus der Tübinger Crona-Klinik hinauf- oder hinabsteigt, wird von einer vertikalen Bronze-Spiegel-Skulptur begleitet. Diese hängt frei im Luftraum des Treppenschachtes, dem sogenannten „Treppenauge“. Die Länge der vertikalen Quader-Skulptur reicht über alle Stockwerke hinweg – von der Decke bis fast zum Boden. Zudem weist der hängende Spiegel-Quader in seiner Längsachse eine leichte Torsion oder Verdrillung auf, die zur Verwölbung des Querschnitts führt und ihn zur Spindel werden lässt. Über einen Motor kann es in eine Drehbewegung versetzt werden, womit die im Objekt vorhandenen Torsion ihre konsequente sinnliche Umsetzung findet. Das langsame Drehmoment ist nicht konstant, sondern verändert sich in regelmäßigen Abständen. Die spiegelnden Seiten des hängenden Objektes werden mit acht Punktstrahlern angeleuchtet. Dadurch kommt es nicht nur zu diversen Lichtreflexen in die Geschosse, sondern auch zu hellen Lichtbildern auf der grünen geschossübergreifenden Glasscheibe.
Heinz Mack studierte seit dem Jahr 1950 an der Kunstakademie in Düsseldorf und danach an der Universität Köln. Als Student mietete Mack zusammen mit seinem Kommilitonen Otto Piene (*1928) und weiteren Künstlern, ein gemeinsam genutztes Atelier – ironisch humorvoll „Ruine“ genannt – in Düsseldorf-Unterbilk. Mack und Piene gründeten hier 1958 die Künstler-Gruppe ZERO. Der Gruppenname ZERO leitet sich von der „Null“ im Countdown der Raketenstarts ab. ZERO „ist die unmessbare Zone, in der ein alter Zustand in einen unbekannten neuen übergeht“. In diesem Sinne steht ZERO für den Nullpunkt eines durch den Zweiten Weltkrieg zerstörten Europas. Doch von diesem Nullpunkt soll mit ZERO ein Neustart ins Ungewisse erfolgen, eine Wiedergeburt der europäischen Kunstszene nach den Schrecken des Krieges initiiert werden. Die Tübinger Lichtkunst-Installation der Crona-Klinik verkörpert den ZERO-Geist, steht für Aufbruch und Experimentierfreude.
Standort: Crona-Klinik, Hoppe-Seyler-Straße 3
NameInstallation
Die Lichtlinie
DepartmentExterne Sammlungen
Künstler*in
Heinz Mack
geboren 1931
Date1987
DescriptionDer Neubau der Crona-Klinik wurde während der Jahre 1988 und 1989 bezogen. Zu diesem Anlass kaufte das Land Baden-Württemberg eine kinetische Skulptur des Malers, Bildhauers und Lichtkünstlers Heinz Mack (*1931) im Jahr 1988 an. Wer die Stufen im offenen Treppenhaus der Tübinger Crona-Klinik hinauf- oder hinabsteigt, wird von einer vertikalen Bronze-Spiegel-Skulptur begleitet. Diese hängt frei im Luftraum des Treppenschachtes, dem sogenannten „Treppenauge“. Die Länge der vertikalen Quader-Skulptur reicht über alle Stockwerke hinweg – von der Decke bis fast zum Boden. Zudem weist der hängende Spiegel-Quader in seiner Längsachse eine leichte Torsion oder Verdrillung auf, die zur Verwölbung des Querschnitts führt und ihn zur Spindel werden lässt. Über einen Motor kann es in eine Drehbewegung versetzt werden, womit die im Objekt vorhandenen Torsion ihre konsequente sinnliche Umsetzung findet. Das langsame Drehmoment ist nicht konstant, sondern verändert sich in regelmäßigen Abständen. Die spiegelnden Seiten des hängenden Objektes werden mit acht Punktstrahlern angeleuchtet. Dadurch kommt es nicht nur zu diversen Lichtreflexen in die Geschosse, sondern auch zu hellen Lichtbildern auf der grünen geschossübergreifenden Glasscheibe.
Heinz Mack studierte seit dem Jahr 1950 an der Kunstakademie in Düsseldorf und danach an der Universität Köln. Als Student mietete Mack zusammen mit seinem Kommilitonen Otto Piene (*1928) und weiteren Künstlern, ein gemeinsam genutztes Atelier – ironisch humorvoll „Ruine“ genannt – in Düsseldorf-Unterbilk. Mack und Piene gründeten hier 1958 die Künstler-Gruppe ZERO. Der Gruppenname ZERO leitet sich von der „Null“ im Countdown der Raketenstarts ab. ZERO „ist die unmessbare Zone, in der ein alter Zustand in einen unbekannten neuen übergeht“. In diesem Sinne steht ZERO für den Nullpunkt eines durch den Zweiten Weltkrieg zerstörten Europas. Doch von diesem Nullpunkt soll mit ZERO ein Neustart ins Ungewisse erfolgen, eine Wiedergeburt der europäischen Kunstszene nach den Schrecken des Krieges initiiert werden. Die Tübinger Lichtkunst-Installation der Crona-Klinik verkörpert den ZERO-Geist, steht für Aufbruch und Experimentierfreude.
Standort: Crona-Klinik, Hoppe-Seyler-Straße 3
DimensionsH x B x L (Spiegelobjekt aus Bronze): 1200 x 50 x 20 cm; L x B (Plexiglaswand und Bodenspiegel): 230 x 230 cm
MediumBronze, Plexiglas, Spiegel
Object numberVBA-Sg-148
Exhibitions
2023-2024