Erweiterte Suche
Epitaph für Erich Anton von Marquardt
Epitaph für Erich Anton von Marquardt
ObjektgattungEpitaph

Epitaph für Erich Anton von Marquardt

Datierungnach 19. April 1703
BeschreibungAn Erich Anton von Marquardt (1683–1703) erinnert ein hölzernes Gedächtnismal an der Westwand der sechsten Kapelle des südlichen Seitenschiffs in Schwarz und Gold. Mit den links und rechts der Mitteltafel stehenden gedrehten Säulen, die als Motiv auf den Tempel Salomons und die Baldachin-Säulen in St. Peter zu Rom von Bernini verweisen, sowie den ovalen Inschriftenfeldern und dem gesprengten Giebel mit Wappen sind klassisch barocke Gestaltungselemente vorhanden. Es gliedert sich in drei Bereiche: Ein durch Säulen gerahmtes Hauptfeld mit Inschrift, dazu ein Aufsatz mit Wappen und einem Unterhang. Eindrücklich ist auch das goldfarbene Akanthuswerk im Seitenhang, das besonders prachtvoll ausfällt. Im Herzogtum Württemberg wurde bei der Gestaltung der Grabdenkmale bis zur Wende des 18. Jahrhunderts gern an den Architekturformen der Renaissance festgehalten, wobei diese ab der Mitte des 17. Jahrhunderts mit schwerem Rankenwerk ergänzt wurden. Der Student, so die Inschrift, war „gut geboren“ und hatte, aufgrund seines Interesses an der Wissenschaft und der Festigkeit im Glauben, auch „gut gelebt“. Dem trauernden Vater gab er Anlass zu Lob und Zufriedenheit, bis er im Alter von 20 Jahren am Fieber verstarb. Der Trauer um das zu frühe Ableben begegnet die Inschrift mit den trostspendenden Worten, dass das Fieber zwar ein böses war, da ihm ein guter Mensch erlag, es andererseits jedoch ein gütiges war, da der junge Mann dadurch in eine bessere Welt als die irdische übertrat. Er war damit „gut gestorben“.

Standort: Stiftskirche Tübingen, rechtes Seitenschiff, 6. Nische, Westwand.
Maßeca. 350 x ca. 170 cm
MaterialHolz
bemalt, schwarz und gold.
Objektnr.ELK-Sg-93
Ausstellung