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Wandbrunnen mit Reliefszene: Die Brautwerbung um Rebecca
Wandbrunnen mit Reliefszene: Die Brautwerbung um Rebecca
ObjektgattungBrunnen

Wandbrunnen mit Reliefszene: Die Brautwerbung um Rebecca

Künstler*in deutsch, 1855 - 1921
Datierung1909
BeschreibungDer Tübinger Oberbaurat Albert Beger (1855–1921) plante die Augenklinik, die im Jahr 1909 bezugsfertig wurde. Der Wandbrunnen im Eingangsbereich der Klinik stammt aus dieser Erbauungszeit und zeigt eine figürliche Reliefszene im klassizistischen Stil. Hier dominiert die Konturlinie, wohingegen die Binnenzeichnung zurücktritt. Eine Frau mit hochgebunden Haaren und langem Gewand reicht in geneigter, zugewandter Haltung eine Trinkschale dem vor ihr knienden Mann zum Trunk. Der Kniende ist nur durch Stoffbahnen um seine Hüfte und seine Beine bekleidet; sein Oberkörper ist nackt. Zwischen beiden Figuren steht ein rechteckiger Kasten am Boden, der Frau und Mann räumlich trennt und doch zugleich das Zentrum bildet. Doch welche antike Begebenheit, etwa aus den Bereichen der klassischen Sagen und Mythen, ist hier im Bild dargestellt? Man sitzt jedoch einem Irrtum auf, wenn man sich durch die klassische Schönheit und Grazie der Szenerie dazu verleiten lässt, hier eine griechische oder römische Erzählung verbildlicht zu sehen. Legt man die dargestellte Ikonographie zugrunde: eine Frau reicht Wasser an einen Hirten, dann drängt sich eine in der Kunstgeschichte beliebte Historie aus der Bibel auf. Im Alten Testament (1. Mose 24), findet sich die Begebenheit, in der die junge Rebecca den als Brautwerber gekommenen Eliezer am Brunnen Wasser reicht. Damit würde am Ende auch der rechteckige Kasten zwischen den Figuren verständlich, der sich nun als Bildchiffre für den in der Narration zentralen Handlungsort zu erkennen gibt – den Brunnen.

Standort: Asien-Orient-Institut, ehemals Alte Augenklinik, Eingangshalle, Schleichstraße 12.
MaterialBetonwerkstein
Objektnr.VBA-Sg-67
Ausstellung