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ObjektgattungSkulptur

Prima Vera

Künstler*in deutsch, 1889 - 1981, VG-Bild
Datierung1958
BeschreibungDie Bronzeskulptur des Berliner Bildhauers Gerhard Marcks (1889–1981) wurde 1958 gefertigt und ein Jahr später vom Land Baden-Württemberg erworben. Die Skulpturengruppe trägt den vielsagenden lateinischen Titel „Prima Vera“. Im Deutschen eröffnet er unterschiedliche Übersetzungsmöglichkeiten, wie „erste echte/richtige/wahre“ und „früher/vormals/einst richtige“ sowie – aus dem Lateinischen – „die wahre Erste“. Marcks liebte das Spiel mit Worten und Bildern, wie sich dies in seinen Künstlerbriefen zeigt. Doch was an diesem Kunstwerk ist zuerst wahr gewesen, war also früher richtig und welche ominöse erste Frau ist hier dargestellt?
Auf einem niederen Bronzesockel steht lebensgroß ein nacktes Paar. Sie werden dem Betrachter frontal gezeigt und sind so direkt auf diesen ausgerichtet. Die Verbundenheit des Paares wird dadurch gezeigt, dass die Frau ihre Hand auf den Rücken des Mannes legt und durch die räumliche Stellung der Körper, da sie sich beide leicht zuwenden, wohingegen ihre kontradiktorische Schrittstellung nach außen zu den Eckpunkten der Plinthe weist. Hier stehen Adam und Eva mit- und zueinander. Doch es fehlt der Apfel. Ist hier das Paar noch vor dem Sündenfall gezeigt? Oder anders gefragt, kann es Liebe ohne Sünde geben?
Der in Berlin geborene Gerhard Marcks war Autodidakt, er begann mit Tierstudien, schuf Porzellanplastiken. Seine wohl bekannteste Skulptur, die zugleich auch Wahrzeichen der Stadt Bremen ist, entwarf Marcks im Jahr 1951: die Bremer Stadtmusikanten neben dem Rathaus.


Standort:: Medizinische Klinik, Innenhof, Otfried-Müller-Str. 10, Tübingen
MaßeH x B x T: 270 × 92 × 60 cm
MaterialBronze auf Sockel
Objektnr.VBA-Sg-22
Ausstellung