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Erwin Bälz begann im Jahr 1866 sein Medizinstudium in Tübingen. Im Jahr 1876 erhielt er als sogenannter Kontraktausländer in der Zeit der Meiji-Restauration einen Ruf an die Medizinische Hochschule nach Tokio, die 1877 in die neugegründete Universität Tokio integriert wurde. Fast 30 Jahre lang lehrte er Innere Medizin, Gynäkologie, Geburtshilfe, Psychiatrie und Medizingeschichte.
Rund 800 Japaner studierten bei ihm, so dass man in ihm zurecht einen Brückenbauer zwischen Deutschland und Japan sieht. Sein Einsatz für das Gesundheitssystem und die Kaiserfamilie brachte Bälz zahlreiche Ehrungen ein; im Jahr 1905 sogar den japanischen „Orden der Aufgehenden Sonne“ und bei seiner Rückkehr nach Stuttgart die Nobilitierung durch den „Orden der Württembergischen Krone“. Neben dem Haiku-Gedichtstein auf der Rasenfläche vor dem Casino der Tübinger Klinik befindet sich eine Kasuga-Steinlaterne, die sich stilistisch am Shintō-Schrein Kasuga Taisha in Nara orientiert. Diese Kombination aus Haiku-Gedichtschrein und Steinlaterne dient in Japan dem Gedenken der Ahnen.
Schenkung der Internationalen Medizinischen Gesellschaft Japans.
Standort: Casino Universitätsklinikum, Otfried-Müller-Straße 6.
ObjektgattungStein
Gedichtstein mit Kasuga-Steinlaterne für Erwin Bälz
FachbereichSkulpturensammlung der Universität
Datierung1977
BeschreibungDie japanischen Schriftzeichen „Kimi ni yorite | Nihon-Igaku no | Hana hiraku“ stehen auf einem schlichten Naturstein, der auf der Wiese vor dem Casino der Tübinger Universitätsklinik im Mai 1977 zur Aufstellung kam. Es handelt sich hier um ein traditionelles Haiku-Gedicht, das mit „Erwin Bälz, Du hast die japanische Medizin zu ihrer ersten Blüte erweckt“ übersetzt ist. Der Verfasser dieses Textes war der in Japan bekannte Haiku-Dichter Mizuhara Shūōshi (1892–1981). Er studierte Medizin an der Kaiserlichen Universität Tokio, wo er als Student von ehemaligen Schülern des Professors Erwin Bälz (1849–1913) unterrichtet wurde. Erwin Bälz begann im Jahr 1866 sein Medizinstudium in Tübingen. Im Jahr 1876 erhielt er als sogenannter Kontraktausländer in der Zeit der Meiji-Restauration einen Ruf an die Medizinische Hochschule nach Tokio, die 1877 in die neugegründete Universität Tokio integriert wurde. Fast 30 Jahre lang lehrte er Innere Medizin, Gynäkologie, Geburtshilfe, Psychiatrie und Medizingeschichte.
Rund 800 Japaner studierten bei ihm, so dass man in ihm zurecht einen Brückenbauer zwischen Deutschland und Japan sieht. Sein Einsatz für das Gesundheitssystem und die Kaiserfamilie brachte Bälz zahlreiche Ehrungen ein; im Jahr 1905 sogar den japanischen „Orden der Aufgehenden Sonne“ und bei seiner Rückkehr nach Stuttgart die Nobilitierung durch den „Orden der Württembergischen Krone“. Neben dem Haiku-Gedichtstein auf der Rasenfläche vor dem Casino der Tübinger Klinik befindet sich eine Kasuga-Steinlaterne, die sich stilistisch am Shintō-Schrein Kasuga Taisha in Nara orientiert. Diese Kombination aus Haiku-Gedichtschrein und Steinlaterne dient in Japan dem Gedenken der Ahnen.
Schenkung der Internationalen Medizinischen Gesellschaft Japans.
Standort: Casino Universitätsklinikum, Otfried-Müller-Straße 6.
MaßeH x B x T (Haiku-Gedichtstein): 135 × 175 × 75 cm
H x B x T (Steinlaterne): 230 × 90 × 90 cm
H x B x T (Steinlaterne): 230 × 90 × 90 cm
MaterialNaturstein
Objektnr.UKT-Sg-4
Ausstellung
Nachkriegsjahre bis 1960er
nach 18. Okt. 1724
nach 7. Juni 1581
nach 27. Febr. 1607
1970