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Der Bildhauer der Brunnen war der Stuttgarter Fritz von Graevenitz (1892–1959), ehemals Direktor der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart. In der NS-Zeit fand seine Kunst allseits Anerkennung besonders im Umfeld des „Führers“, wovon der Eintrag seines Namens auf Adolf Hitlers „Gottbegnadeten-Liste“ zeugt.
Das Bild, das von Graevenitz nach Kriegsende von sich selbst zeichnete – als der ewige Außenseiter, der die Schandtaten der Nationalsozialisten nur widerwillig ertrug, ohne je deren Ideologie zu teilen, um seine „Insel künstlerischen Geistes bewahren“ zu können –, hält einer Überprüfungen kaum stand. Die Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 begrüßte von Graevenitz als ehemaliger Offizier – zuletzt im Rang eines Hauptmanns. Er sah in ihr den notwendigen Impuls zur Erneuerung von Kunst und Volk. So machte er Karriere im NS-Regime. Im Jahr 1937 wurde er als Professor an die Stuttgarter Kunstakademie berufen. Ein Jahr später wird er als Nachfolger Ludwig Habichs (1872–1949) zum dortigen Direktor ernannt. Nach Kriegsende wurde von Graevenitz durch die US-Militärverwaltung seines Lehramtes enthoben und in den Ruhestand versetzt.
Standort: Geschwister-Scholl-Platz, Neue Aula, EG, südlicher Treppenschacht.
ObjektgattungSkulptur
Zwei Brunnen mit Bronzestatuetten
FachbereichExterne Sammlungen
Künstler*in
Fritz von Graevenitz
deutsch, 1892 - 1959
Datierungum 1931
BeschreibungIm Erdgeschoss der Neuen Aula zieren zwei Brunnen aus rötlichem Marmor die beiden Treppenhäuser, die in die oberen Stockwerke führen. Die runden Wasserbecken – inzwischen außer Betrieb – werden von schlanken Säulen mit je vier Kanneluren getragen, die ohne Sockel oder Basis aus einem Oktagon aus roten Bodenfließen aufragen. Für die Ränder der Becken verfasste von Graevenitz je eine umlaufende Inschrift. Am südlichen Brunnen steht der pathetische Satz: „Hol’ aus den Quellen des Wissens die Kraft zu edlen Geistes Flug“, und auf dem nördlichen liest man: „Erkenne, daß Wissen ist Trug vor der Sterne ewigem Licht“. Aus der Mitte der Becken erheben sich runde Sockel, die jeweils mit einer Kleinbronze versehen sind. Während die Statuette des nördlichen Brunnens bereits vor 1976 verschwunden sein muss, befindet sich die des südlichen Brunnens noch an ihrem angestammten Platz. Die schlanke Aktfigur eines idealschönen Jünglings steht aufrecht mit leicht nach vorn geschobenem Becken auf einer Halbkugel. Die heute verlorene Plastik des zweiten Brunnens stellte einen weiblichen Akt dar, wie alte Fotos belegen. Errichtet wurden die Brunnen wohl im Jahr 1931, als die Neue Aula im Zuge eines ambitionierten Bauvorhabens um mehr als das Doppelte erweitert wurde.Der Bildhauer der Brunnen war der Stuttgarter Fritz von Graevenitz (1892–1959), ehemals Direktor der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart. In der NS-Zeit fand seine Kunst allseits Anerkennung besonders im Umfeld des „Führers“, wovon der Eintrag seines Namens auf Adolf Hitlers „Gottbegnadeten-Liste“ zeugt.
Das Bild, das von Graevenitz nach Kriegsende von sich selbst zeichnete – als der ewige Außenseiter, der die Schandtaten der Nationalsozialisten nur widerwillig ertrug, ohne je deren Ideologie zu teilen, um seine „Insel künstlerischen Geistes bewahren“ zu können –, hält einer Überprüfungen kaum stand. Die Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 begrüßte von Graevenitz als ehemaliger Offizier – zuletzt im Rang eines Hauptmanns. Er sah in ihr den notwendigen Impuls zur Erneuerung von Kunst und Volk. So machte er Karriere im NS-Regime. Im Jahr 1937 wurde er als Professor an die Stuttgarter Kunstakademie berufen. Ein Jahr später wird er als Nachfolger Ludwig Habichs (1872–1949) zum dortigen Direktor ernannt. Nach Kriegsende wurde von Graevenitz durch die US-Militärverwaltung seines Lehramtes enthoben und in den Ruhestand versetzt.
Standort: Geschwister-Scholl-Platz, Neue Aula, EG, südlicher Treppenschacht.
MaßeHöhe (Bronzestatuette): 64 cm
L x B x H: 95 × 95 × 177 cm
L x B x H: 95 × 95 × 177 cm
MaterialRötlicher Marmor (Sockel und Becken), Bronze (Plastik)
Objektnr.VBA-Sg-59
Ausstellung
nach 18. Aug. 1678