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Schmids Markenzeichen ist der Bohrer. Für seine Kunstinstallation benötigte er zunächst eine Betonbohrfirma, die mit einem Kernbohrer die Löcher senkrecht in fünf Betonrundpfeiler bohrte.
In der Folge sägte man den Beton mit einer diamantbesetzten Seilsäge zwischen den Bohrlöchern vertikal auf. So entstand ein zwölf Millimeter breiter Schlitz, der sich wie ein Riss durch alle fünf Pfeiler von oben bis unten zieht. Da die Rundpfeiler in der Eingangshalle die Last des Gebäudes tragen, musste zuallererst die Frage der Statik geklärt werden, welche maximale Belastbarkeit die Betonpfeiler – trotz ihrer Spaltung – aufnehmen können. Auf diese Weise schuf der Künstler ein Bild, das das Fragile und Fragmentarische in der Architektur zur Anschauung bringt – eine bedenkliche bis brenzlige, ja prekäre, Situation war entstanden. In seinem Werk thematisiert der Künstler aber nicht nur die physikalischen Materialeigenschaften des Kunststeins beziehungsweise des Verbundwerkstoffes Beton, wie etwa Tragfähigkeit, Druckfestigkeit und Zugfestigkeit, sondern auch die spezifische Nutzung des Gebäudes als Ort der an gewandten Umwelt- und Geowissenschaften, wo unter anderem Geodynamik, Glaziologie, Hydrogeologie, Petrologie und Sedimentologie gelehrt und erforscht werden.
Standort: Geo- und Umweltzentrum (GUZ), Schnarrenbergstr. 94–96, Eingangsbereich
ObjektgattungBohrschnitt
Bohrschnitt, prekär – Eine Vertiefung
FachbereichExterne Sammlungen
Künstler*in
Martin Bruno Schmid
geboren 1970
Datierung2017-2018
BeschreibungDas im Jahr 2021 fertiggestellte Geo- und Umweltzentrum (GUZ) auf der Morgenstelle wurde im Haupteingangsbereich um eine Installation des Stuttgarter Künstlers Martin Bruno Schmid (*1970) bereichert. Ergänzt wurde das konzeptionelle Werk „Bohrschnitt, prekär“, das zunächst fünf senkrecht in der Mitte durchgesägte Rundpfeiler umfasste, um eine weitere Objektgruppe bestehend aus 138 Bohrkernen, die separat in einer Bodenvitrine präsentiert werden sollten, für deren nachträgliche Erwerbung sich die Kommission im Jahr 2018 aussprach. Schmids Markenzeichen ist der Bohrer. Für seine Kunstinstallation benötigte er zunächst eine Betonbohrfirma, die mit einem Kernbohrer die Löcher senkrecht in fünf Betonrundpfeiler bohrte.
In der Folge sägte man den Beton mit einer diamantbesetzten Seilsäge zwischen den Bohrlöchern vertikal auf. So entstand ein zwölf Millimeter breiter Schlitz, der sich wie ein Riss durch alle fünf Pfeiler von oben bis unten zieht. Da die Rundpfeiler in der Eingangshalle die Last des Gebäudes tragen, musste zuallererst die Frage der Statik geklärt werden, welche maximale Belastbarkeit die Betonpfeiler – trotz ihrer Spaltung – aufnehmen können. Auf diese Weise schuf der Künstler ein Bild, das das Fragile und Fragmentarische in der Architektur zur Anschauung bringt – eine bedenkliche bis brenzlige, ja prekäre, Situation war entstanden. In seinem Werk thematisiert der Künstler aber nicht nur die physikalischen Materialeigenschaften des Kunststeins beziehungsweise des Verbundwerkstoffes Beton, wie etwa Tragfähigkeit, Druckfestigkeit und Zugfestigkeit, sondern auch die spezifische Nutzung des Gebäudes als Ort der an gewandten Umwelt- und Geowissenschaften, wo unter anderem Geodynamik, Glaziologie, Hydrogeologie, Petrologie und Sedimentologie gelehrt und erforscht werden.
Standort: Geo- und Umweltzentrum (GUZ), Schnarrenbergstr. 94–96, Eingangsbereich
MaßeHöhe (je Pfeiler): 750 cm; L x B (je Bohrkern): 60 x 3,2 cm
MaterialBetonrundpfeiler senkrecht durchgesägt
Objektnr.VBA-Sg-137
Ausstellung
2023-2024
Emil Brüllmann
Glaswerkstätten Straßburg